Große Brände in der Geschichte

 

Brand in Oberfrohn am 1. August 1928

Nachmittags schlägt der Blitz in den Stall des Lorenz Obernosterer, vlg. Unterfasolter, ein. Der Stall beginnt sofort zu brennen, das Feuer breitet sich rasch aus und in kurzer Zeit sind die drei Höfe in Oberfrohn zerstört. Das Vieh kommt zum Glück erst von der Weide und wird noch vor der brennenden Ortschaft zurückgetrieben. Es verbrennen nur zwei junge Schweine und ein Kalb beim Unterfasolter Bauer. Zwei schwer kranke Frauen können von Lorenznern, welche in der Nähe mähen, knapp gerettet werden. Beim Brandausbruch sind einige ältere Frauen mit ein paar Kindern zu Hause. Die arbeitsfähigen Bewohner sind auf den Bergwiesen. Diese, wie auch hilfreiche Lorenzner, kommen wegen der Entfernung zu spät zum Brand, um Geräte oder Inventar zu retten. Zwei gemauerte Kästen erweisen sich als höchst praktisch, sie bleiben bis aufs Holzdach intakt. Leider haben die Besitzer dort nur wenig aufbewahrt. Die Oberfrohnkapelle bleibt vom Feuer verschont, die Fenster sind gewaltig heiß, ohne jedoch zu springen. Auch ein hölzernes Feldkreuz mit einem Holzdach bleibt unversehrt, obwohl es nur einige Meter vom abgebrannten Oberfasolterhaus und einer verkohlten Esche steht. Das Traurige ist, dass keiner der Besitzer eine Versicherung hat.

 

Brand in Wiesen am 2. Mai 1959

"Brandkatastrophe suchte das Lesachtal heim", "Der rote Hahn in St. Lorenzen", "Drei Anwesen und eine Kirche in Flammen", "Das Unglück schlug zu, aber die Menschen bewähren sich," "Übermenschliche Leistungen der Feuerwehren", "Beispielhafte Nachbarschaftshilfe", so lauten die Meldungen in den Tageszeitungen

Am 2. Mai 1959 gegen 21:45 Uhr bricht im Wirtschaftsgebäude des Franz Wilhelmer, vlg. Oberfranz, in Wiesen ein Brand aus. Bald steht das ganze Gebäude in Flammen und nur mit Mühe gelingt es noch, das Großvieh zu retten. Da kein Löschwasser vorhanden ist, können auch die rasch zusammengelaufenen Hausbewohner und die Nachbarn nicht helfen. Tatenlos muss man zusehen wie der Brand auf das nahe Wohnhaus der Familie Wilhelmer übergreift. Fast alle Gebäude des Ortes sind aus Holz gebaut und dadurch um vieles mehr feuergefährdet, als Steinbauten. Obendrein begünstigt ein starker Südwestwind das Überspringen der Flammen. Der Wind wirbelt brennende Schindeln, Heu und Holzstücke durch die Luft, die brennenden Gebäude strahlen eine erstickende Hitze aus. So fängt nacheinander auch das Nachbarobjekt des Besitzers Johann Wurzer, vlg. Oberhansl und schließlich auch das Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Besitzers Josef Oberguggenberger, vlg. Wilma, Feuer. Weiter fressen sich die Flammen bis zur Kapelle in Wiesen. Die Kirche - ein Steinbau, jedoch mit hölzerner Decke und hölzernem Turm - wird ebenfalls wie die drei Anwesen, ein Raub der Flammen. Sie brennt bis auf die Mauern nieder. Die Glocken stürzen aus dem Turm und werden durch die Glut völlig geschmolzen.

Eigenartigerweise bleibt die Lourdesgrotte im Kirchlein unversehrt. Die Marienstatue weist keine Schäden auf und auch ein davor stehender Straus aus Latschenästen und Morgensternen bleibt unversehrt.

Großalarm der Wehren. Nahezu Übermenschliche leisten bei der Eindämmung der Brände die Feuerwehren, die aus St. Lorenzen, Liesing, Obergail, Maria Luggau, Obertilliach, Untertilliach, Birnbaum, St. Jakob, Kötschach und Mauthen zur Hilfe eilen. Die Leitung übernimmt Kommandant Kubin in Zusammenarbeit mit Kommandant Seiwald aus Kötschach. Infolge des Fehlens von Löschwasser in der Nähe der Häuser, muss dieses aus dem Radegunder-Graben herangebracht werden. In fliegender Hast legen die tapferen Feuerwehrmänner eine 400 Meter lange Schlauchleitung über Abbrüche und Steilhänge in den Graben hinunter. Mehrere Motorspritzen müssen eingesetzt werden, um die teilweise 50 % Steigung der Schlauchlinie zu überwinden. Verbissen kämpfen die Feuerwehren gegen das Vorrücken der Flammen. Beim Anwesen Oberguggenberger entscheidet sich praktisch der Kampf. Unter Einsatz des eigenen Lebens gelingt es den Feuerwehrmännern, ein weiteres Vorrücken des Brandes zu verhindern. In der nahezu unerträglichen Gluthitze, die die Brandstätte ausstrahlt, bleiben die Feuerwehrmänner auf dem Posten und halten die bedrohten Gebäude dauernd unter Wasser. Die Hitze ist so stark, dass sich die Männer gegenseitig immer wieder mit Wasser bespritzen müssen, damit nicht die Kleider am Leibe verbrennen.

Übereinstimmend ist man der Meinung, dass die gesamte Ortschaft verloren gewesen wäre, wenn es den Feuerwehrmännern nicht gelungen wäre, an dieser Stelle ein weiteres Vordringen des Brandes zu verhindern. Die Feuerwehren des Gail- und Lesachtales haben damit jedenfalls das beste Beispiel nicht nur für ihr fachliches Können, sondern auch für ihre Einsatzbereitschaft und für ihren Opfermut gegeben.

Die Feuerwehr St. Lorenzen muss bis zum 4. Mai am Brandplatz bleiben, da immer wieder Glutnester auflodern. Am 4. Mai wird sofort eine neue Gruppe aufgestellt. die gleich mit den Übungen beginnt.

 

Brand in St. Lorenzen am 26. Mai 1985

Zeitungsüberschriften am 13. Juni 1985:
"Großalarm für die Freiwilligen Feuerwehren im Lesach- und Gailtal:
Stadelbrand bedroht das Dorf St. Lorenzen"
"Schreckensnacht auf den Pfingstsonntag - zehn Wehren mit 188 Mann im Einsatz - Rettung aller Blaulichkeiten rings um das Brandobjekt - Eine Bravourleistung der Feuerwehren - Gesamtschaden 2,5 Millionen Schilling"

In der Nacht auf den Pfingstsonntag, 26. Mai, heulen gegen halb ein Uhr nachts im Lesachtal und im Oberen Gailtal die Sirenen. Beim Nachhausegehen hat der Hausbursche Gottfried Hackl aus dem Stadel seines Chefs, des Gast- und Landwirtes Manfred Wurzer aus St. Lorenzen, Flammen schlagen sehen. Sofort verständigt er seinen Chef und dieser alamiert die Feuerwehr.
Ortskommandant Walter Kubin übernimmt unverzüglich die Einsatzleitung. Das im Zentrum stehende Objekt, umgeben auch von mehreren Holzhäusern, brennt lichterloh und gefährdet das Dorf. Verständlich, dass unter den Bewohnern Schrecken und Angst herrschen. Der Einsatz beginnt schnell und gezielt. Die FF St. Lorenzen kann dank der in der Umgebung liegenden Hydranten mit den Löscharbeiten gleich beginnen. Die Wehren aus dem Lesachtal und Untertilliach bauen vom Radegundgraben eine Zubringerleitung (920 Meter) auf. Und als die Feuerwehren aus Kötschach, Reisach, Rattendorf, Hermagor und St. Jakob einteffen, kann die Schlagkraft spürbar gesteigert werden.
Die Abschirmung durch den Wassermantel gelingt bestens, und wenn man bedenkt, dass die Nachbarobjekte nur wenige Meter entfernt stehen, in einem Fall sogar das Dach teils über dem Brandobjekt liegt, dann muss hier von einer Bravourleistung der Wehren gesprochen werden. Während das Feuer allmählich gelöscht wird, wird die Brandstelle mit Notstrom und Halogen-Scheinwerfern beleuchtet. Der Einsatz: 188 Mann, 1740 Meter B-Schläuche, 810 Meter C-Schläuche, 110 m H-Schläuche, 4 H-Stahlrohre, 4-B Stahlrohre, 8 C- Stahlrohre, 7 Motorspritzen, 8 Beleuchtungsgeräte, 5 Notstromaggregate, 5 Tankwagen, 6 Löschfahrzeuge, 2 Sonderlöschfahrzeuge und das Kommandofahrzeug. Es sind 889 Einsatzstunden.
Vielleicht kann man hier auch von einem Wunder sprechen, denn schon immer sagten die älteren Leute im Dorf:"Wenn es im Zentrum von St. Lorenzen einmal brennt, dass ist der Ort verloren. Man soll dann rasch die Kinder und die wichtigsten Sachen nehmen und das Haus verlassen." Nun brannte, ein nicht mehr in Funktion stehender, wohl aber als Lagerraum dienender Stadel inmitten von Holzbauten heraus, ohne dass das Dorf einen größeren Schaden erlitten hat. In Sicherheit konnten Menschen und Tiere gebracht werden. Sprengelarzt Dr. Wilhelmer stand für die ärztliche Behandlung bereit. Besitzer Manfred Wurzer erleidet durch den Brand einen Schaden von ca. 2,5 Millionne Schilling, wobei 1,5 Millionen Schilling bewegliche Sachen betreffen. So war im leer stehenden Gebäude die Saisoneindeckung gelagert, ebenso waren ein Ski-Doo, zwei Spurengeräte und ein Prinoth-Pistengerät aufbewahrt. Mit zerstört wurden aber auch drei über 200, Jahre alte Fresken, die früher am alten "Striederhaus" zu sehen waren. Vor dem Abreißen des Hauses wurden sie sachgemäß abgenommen und hätten am neuen Haus angebracht werden sollen.

Für den erfolgreichen Einsatz gibt Einsatzleiter Walter Kubin einige wesentliche Punkte an:"Die rasche Alarmierung im Tal und im Bezirk Hermagor, das Vorhandensein von genügend Löschwasser (9 Hydranten im Ort), die ausgezeichnete Arbeit der einzelnen Feuerwehren, Zusammenarbeit der Wehren auch mit der Bevölkerung, der gezielte Einsatz mit Durchführung klarer Befehle, fast kein Wind und die Anwesenheit vieler Feuerwehrleute zum Wochenende. Die Bewohner von St. Lorenzen, die den Hl. Florian als 2. Kirchenpatron haben und sein Fest als Patrozinium feiern, sehen in der Rettung auch den Schutz des Dorfes durch den Heiligen. So mag durch diesen Brand die Verehrung wieder bewusster geworden sein."

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Mittwoch, der 24. Juli 2019